Prozesswasseraufbereitung für die Industrie
Warum sie entscheidend für Ihre Fertigungsprozesse ist: 4min Lesezeit.

Wasser ist die Lebensader unzähliger industrieller Fertigungsprozesse. Doch das Rohwasser, sei es aus der kommunalen Wasserversorgung, Brunnen- oder Oberflächenwasser, hat selten die benötigte Wasserqualität. Die professionelle Prozesswasseraufbereitung – oft auch Prozesswasserbehandlung genannt – hat einen direkten Einfluss auf die Produktqualität, die Lebensdauer von Anlagen und die gesamte Wirtschaftlichkeit.
Die direkte Antwort lautet: Die Aufbereitung von Prozesswasser ist entscheidend, weil unbehandeltes Wasser Verunreinigungen wie Mineralien, Partikel und Mikroorganismen enthält. Diese führen zu Korrosion, Ablagerungen, Anlagenschäden und einer beeinträchtigten Endproduktqualität. Eine gezielte Aufbereitung schützt Investitionen, sichert die Qualitätsanforderungen und steigert die Wirtschaftlichkeit der Herstellung.
Dieser Artikel erklärt, warum eine strategische Herangehensweise an die Wasseraufbereitung keine reinen Betriebskosten, sondern eine der wichtigsten Investitionen ist, um Ihre Produktionsprozesse zu optimieren.
Was genau ist Prozesswasser?
Prozesswasser ist Wasser, das speziell für eine industrielle Anwendung oder einen technischen Zweck aufbereitet wird. Im Gegensatz zu Trinkwasser muss es exakt definierte Qualitätsanforderungen und eine geringe Leitfähigkeit für ein spezifisches Einsatzgebiet erfüllen.
Die Anforderungen variieren enorm: Ob als Kühlwasser oder Kesselspeisewasser in der Energieerzeugung, als Spülwasser in der Automobilindustrie, als Lösungsmittel in der Chemie oder als direkter Bestandteil in der Lebensmittelindustrie – für jeden Prozess ist eine spezifische Wasserqualität nötig.
Die Kernprobleme von unbehandeltem Rohwasser in der Industrie
Die Verwendung von unpassendem Wasser ist eine der häufigsten Ursachen für vermeidbare Betriebsprobleme und stellt ein erhebliches Risiko dar.
- Ablagerungen & Scaling: Kalzium- und Magnesiumionen führen zu Kalkablagerungen in Rohren und Wärmetauschern. Die Folge: verringerte Effizienz und erhöhter Energieverbrauch.
- Korrosion: Ein falscher pH-Wert oder gelöste Salze greifen metallische Oberflächen an und zerstören teure Anlagenteile.
- Mikrobiologische Verunreinigungen: Bakterien und Algen bilden einen Biofilm, der Anlagen verunreinigen und die Hygiene gefährden kann.
- Partikel und Schwebstoffe: Partikel aus dem Rohwasser wirken abrasiv, verstopfen Düsen und können Oberflächen ruinieren.
- Beeinträchtigung der Produktqualität: In der Herstellung von Produkten ist Wasser oft direkter Bestandteil. Unerwünschte Stoffe können den Geschmack verändern oder chemische Reaktionen stören.
Technologien der Prozesswasseraufbereitung: Von Filtration bis Deionisierung
Um diese Risiken zu eliminieren, werden verschiedene Technologien und Filteranlagen eingesetzt. Eine sorgfältige Vorbehandlung ist dabei oft der erste Schritt.
Hinweis: Das Ziel ist immer, eine zuverlässige Wasserversorgung sicherzustellen und nur die Stoffe zu entfernen, die für den spezifischen Prozess schädlich sind, um die Behandlung so effizient und wirtschaftlich wie möglich zu gestalten.
1. Filtration & Partikelentfernung
Die Basis jeder Aufbereitung ist die Entfernung fester Partikel.
Techniken: Ultrafiltration und klassische Sandfilter. Die Ultrafiltration kann bereits kleinste Partikel und sogar einige Mikroorganismen zurückhalten.
Zweck: Schutz nachfolgender, feinerer Aufbereitungsstufen wie der Umkehrosmose.
2. Enthärtung & Entsalzung (Membran- & Austauschverfahren)
Diese Verfahren entfernen gelöste Ionen.
Ionenaustausch: Die klassische Enthärtung und der Weg zur Vollentsalzung. Bei der Deionisierung werden alle Salzionen entfernt, um vollentsalztes Wasser (VE-Wasser) zu erzeugen, das beispielsweise für Kesselspeisewasser benötigt wird.
Umkehrosmose (RO): Ein hocheffizientes Membranverfahren. Umkehrosmoseanlagen sind der heutige Standard für die Entsalzung und Erzeugung von hochreinem Produktwasser. Auch die Nanofiltration ist eine gängige Membran-Technologie.
3. Mikrobiologische Kontrolle & Desinfektion
Selbst gefiltertes und entsalztes Wasser ist nicht keimfrei. Mikroorganismen können sich vermehren, weshalb ihre Kontrolle für die Betriebssicherheit unerlässlich ist.
Chemische Desinfektion: Einsatz von Wasserchemikalien (Bioziden). Wirksam, aber mit Nachteilen wie Korrosionsrisiko.
UV-Desinfektion (UV-C-Bestrahlung): Die moderne, chemisch-freie Lösung. Hochenergetisches UV-C-Licht zerstört die DNA von Mikroorganismen sekundenschnell und inaktiviert sie.
Experten-Einblick: „Die UV-Desinfektion ist ein Eckpfeiler der Prozesswassersicherheit. Sie fügt dem Wasser keine Chemie hinzu und arbeitet extrem effizient. Nach einer Umkehrosmose ist die UV-Stufe oft der entscheidende Schritt, um eine konstant niedrige Keimzahl im System und im Kreislauf zu garantieren.“
Übersicht: Problem, Auswirkung & Lösung
| Verunreinigung | Typische Auswirkung im Prozess | Primäre Lösung(en) | Ergänzende/Sicherstellende Lösung |
|---|---|---|---|
| Schwebstoffe, Partikel | Verstopfte Düsen, mechanischer Verschleiß | Filtration, Ultrafiltration | – |
| Härte (Kalk) | Scaling, Energieverlust, Schäden an Heizungen | Ionenaustausch (Enthärtung) | – |
| Gelöste Salze (TDS) | Korrosion, Produktbeeinflussung | Umkehrosmose, Deionisierung | – |
| Bakterien, Viren, Keime | Biofilm, Kontamination, mikrobielle Korrosion | – | UV-Desinfektion |
Die Investition in maßgeschneiderte Prozesswasseraufbereitung amortisiert sich durch direkte Einsparungen und optimierte Betriebskosten:
- Längere Lebensdauer der Anlagen: Weniger Kosten für Wartung und Reparatur.
- Höhere Energieeffizienz: Saubere Wärmetauscher arbeiten mit maximalem Wirkungsgrad.
- Konstante Produktqualität: Vermeidung von Ausschuss.
- Nachhaltigkeit: Moderne Systeme ermöglichen oft eine Kreislaufführung des Wassers (Wasserrecycling), was den Wasserverbrauch und die Abwasser-Menge reduziert.
- Produktionssicherheit: Minimierung des Risikos von ungeplanten Stillständen.
Fazit: Von einer Notwendigkeit zu einem Wettbewerbsvorteil
Die Frage ist nicht ob, sondern wie Sie Ihr Prozesswasser aufbereiten. Eine durchdachte Lösung, die moderne Verfahren wie die Umkehrosmose und die UV-Desinfektion kombiniert, ist die Grundlage für einen stabilen und qualitativ hochwertigen Fertigungsprozess in jeder Branche.
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FAQ – Häufig gestellte Fragen
1. Was ist der Unterschied zwischen Prozesswasser und Brauchwasser?
Brauchwasser ist ein allgemeiner Begriff für Wasser, das nicht als Trinkwasser genutzt wird. Prozesswasser ist eine Form von Brauchwasser, das aber für einen spezifischen, industriellen Prozess aufbereitet wurde.
2. Reicht eine Filtration meines Wassers nicht aus?
Für unkritische Anwendungen ja. Sobald aber Temperatur (Kalkausfall), Korrosion oder mikrobiologische Stabilität gefordert wird, reicht eine reine Partikelfiltration nicht aus.
3. Ist eine UV-Anlage teuer im Unterhalt?
Nein. Moderne UV-Anlagen sind energieeffizient. Der Hauptaufwand ist der jährliche Austausch der Lampe. Im Vergleich zu den Kosten für Wasserchemikalien sind die Betriebskosten gering.
4. Kann ich aufbereitetes Wasser im Kreislauf führen?
Ja, das ist ein Hauptziel der modernen Aufbereitung, um den Wasserverbrauch zu senken. Mittels Umkehrosmose und Desinfektion kann genutztes Wasser oft erneut dem Prozess zugeführt werden.
5. Welche Wasserqualität brauche ich für meine Anwendung?
Das hängt stark von Ihrer Industrie ab. Die Anforderungen für Kesselspeisewasser sind extrem hoch (nahezu Reinstwasser). Eine Analyse Ihres Rohwassers und Ihrer Prozessanforderungen ist der erste Schritt.


















